Von Grenzgängern und Randgestalten

Am 28.06. war es endlich soweit, der 1. Fotomarathon in Aschaffenburg stand an.

Voller Vorfreude und gleichzeitig Ungewissheit über die Themen bin ich um halb 9 in Richtung Aschaffenburg aufgebrochen.

In der Platanenallee angekommen, habe ich schon die ersten Mitstreiter ausmachen können.

Schnell noch die Themenliste, Startnummer etc. abholen.

Beim Blick auf die Themenliste tat sich dann bei mir allerdings die große Ratlosigkeit auf… Überthema Grenzgänger, wie soll ich das interpretieren?

Naja, erstmal nachdenken. Nach zwei „Inspirationsrunden“ durch den nahe gelegenen Park Schöntal habe ich beschlossen, das Thema in einer durchgängigen Geschichte mit Personen darzustellen.

Allerdings war das schwieriger als gedacht, da ich einfach keine für mich „passenden“ Modelle finden konnte.

Nach einiger Ratlosigkeit und dem Blick auf mein Makroobjektiv kam mir die Idee das Ganze mit „kleinen Persönchen“ darzustellen – jetzt schnell Lego kaufen gehen J

In der City Gallerie nebenan konnte ich alles finden, was ich mir so ausgedacht habe –

Drei Legofiguren, Papier, Edding, Folienstift wasserlöslich. Nach einer kurzen Lego-Bastelstunde in meinem „Basecamp“ (mein Auto 😉 ) ging es dann wieder auf in Richtung Park Schöntal, wo ich dann etwas Abseits ein gutes Plätzchen zum Fotografieren fand.

Das erste Unterthema hieß „Spuren“

Schnell war der Anfang meiner Geschichte ausgedacht, eine Frau und ein Mann, die durch eine Grenze getrennt sind, dann aber (beim zweiten Unterthema) zusammenfinden. Meine Interpretation des Themas „Grenzgänger“. Zudem sollten die Fußspuren der beiden auf dem Bild zu sehen sein:

Bild 1 - Spuren

Weiter zu „Schattenspiel“, der Punkt an dem sich beide in die Arme schließen können. Da genau in diesem Moment die Sonne verschwand und es anfing zu regnen, gar nicht so einfach. Zum Glück habe ich eine Taschenlampe am Handy und eine kleine Diffusorkappe für meinen Aufsteckblitz 😀

Bild 2: Schattenspiel

Das nächste Thema war „Zwischenräume“, glücklicherweise habe ich zufällig den Pfosten neben der Treppenstufe gesehen. Dieses Bild sollte darstellen, dass beide nicht wieder getrennt werden wollen. Technisch wollte ich das Thema durch die gezielte Unschärfe noch ausdrucksstärker darstellen.

Bild 3: ZwischenräumeThema Nummer vier lautete „Brüche“. Sofort fiel mir im Bezug auf meine „Geschichte“ Streit ein. Schnell war das Gesicht auf die Figur gemalt und das Bild mit entsprechender Unschärfe aufgezeichnet.

Bild 4: Brüche

Das fünfte Thema – Fremdkörper war demnach auch schnell gefunden. Die Idee zu diesem Bild hatte ich schon gleich zu Beginn und soll für die Phase nach dem Streit stehen und die Versuchung des neuen, aufregenden symbolisieren.

Bild 5: Fremdkörper

Bild Nummer 6 – „Linien“ ist der Übergang zu Bild Nummer 7 – „Zwischenstopp“. Die beiden Bilder zeigen dass man sich ab und an einfach mal einen ruhigen, gemeinsamen Moment gönnen und an alles zusammen Erlebte zurückdenken sollte, bevor man alles weg wirft.

Bild 6: Linien

Das nächste Bild trägt den Titel „Haltlos“ und steht für das Gefühl plötzlich wieder alleine und ohne Rückhalt zu sein

Bild 8: Haltlos

Bild Nummer neun „Zwiespalt“ zeigt die Entscheidung, welche man manchmal treffen muss. Das neue, aufregende suchen oder das bestehende, solide versuchen zu reparieren. Technisch wollte ich dieses Bild nahezu symmetrisch mit starker Vordergrundunschärfe gestalten. Meiner Meinung nach gut gelungen, oder? 😉

Bild 9: Zwiespalt

Nach dem Zwiespalt kommt die Entscheidung. Das Thema heißt „Randgestalten“ und symbolisiert den Moment, an dem die Versuchung wieder „an den Rand“ tritt, weil man sich aus Überzeugung und Hoffnung für das Bestehende entschieden hat. Auch hier wieder viel gewollte Unschärfe.

Bild 10: Randgestalten

Das letzte Bild, „Fragmente“, ist nochmal ein Flashback in die Vergangenheit und soll die Gedanken der weiblichen Figur aus dem ersten Bild zeigen. Zudem steht es für „von der Vergangenheit eingeholt werden“

Bild 11: Fragmente

Das zwölfte und letzte Bild steht ganz simpel für das gemeinsame „Weitermachen“. Zusammen in die Ferne schauen und sich auf das freuen was da so kommt.

Bild 12: Fernweh

In voller Größe könnt Ihr die Bilder in der Gallerie sehen.

Um 18 Uhr ging es dann wieder zurück zur Platanenallee in die Kulturkneipe Stern um die Bilder abzugeben. Dort wurden dann noch Erfahrungen/Meinungen zwischen gleichgesinnten ausgetauscht. Zudem hat das Orga-Team noch Getränke und leckere Muffins aufgetischt 😉

Der Fotomarathon hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich werde nächstes Jahr auf jeden Fall wieder teilnehmen.

 

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